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Mehr Tools im Kampf gegen Fake News: Unser akademisches Netzwerk und ein Forschungsprojekt

Zu unseren neuen akademischen Partnern gehören 32 Schulen und Institute aus aller Welt. Zusätzlich unterstützen wir neue Forschungsprojekte, um das Ökosystem an Fehlinformationen in Europa zu untersuchen.

akademischen Partnern

Es ist eines der Hauptziele des First Draft Partnernetzwerks den Dialog zwischen Menschen zu ermöglichen, die an einer Lösung der Probleme hinsichtlich Vertrauen und Aufrichtigkeit im digitalen Zeitalter arbeiten. Mehr als 100 Nachrichtenredaktionen weltweit, einige der größten globalen Journalistenverbände, die größten sozialen Netzwerke und Technologie-Unternehmen sowie Menschenrechtsorganisationen prüfen aktuell Inhalte, die Menschenrechtsverletzungen dokumentieren.

Im März kündigten wir die Gründung unseres akademischen Partnernetzwerks an, dem bereits 32 Schulen und Institute aus aller Welt angehören, wie beispielsweise die Hong Kong University, Wits University in Johannesburg, UTS in Sydney, Dublin City University und einige Schulen in Großbritannien und den USA. Einige dieser Einrichtungen konzentrieren sich auf die Forschung, andere auf das Lehren der nächsten Journalistengeneration und wieder andere auf beides. Eine vollständige Liste unserer akademischen Partner finden Sie hier.

Vor uns liegt noch viel Arbeit und der einzige Weg, auf dem wir Fortschritte machen können, besteht darin, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Vorschnell darüber zu urteilen, was funktioniert, kann instinktiv und verlockend sein. Es wird allerdings eine Weile dauern bis eine effektive und nachhaltige Lösung gefunden wurde. Damit uns dies gelingt, benötigen wir alle empirischen Daten, die wir finden können. Wir müssen Experimente, Umfragen und Inhaltsanalysen des Medien-Outputs durchführen – online, im Fernsehen und im Druck. Zusätzlich brauchen wir ethnografische Studien und gut konzipierte Fokusgruppen. Wir müssen dazu in der Lage sein, weiträumige Bot-Netzwerke zu visualisieren und die Auswirkungen der Automatisierung auf das Informations-Ökosystem zu verstehen. Um besser nachvollziehen zu können, wie die Algorithmen funktionieren, die bestimmen wie wir Informationen finden, müssen wir auf Social-Media-Daten zugreifen und diese abfragen können. Außerdem brauchen wir sachkundige Lehrkräfte, die sicherstellen, dass die nächste Generation an Studenten die Komplexität der Thematik versteht.

Wir freuen uns sehr über die Eröffnung dieser akademischen “Abteilung” unseres Partnernetzwerks, denn es ermöglicht uns, globale, fächerübergreifende Verbindungen und hoffentlich auch interdisziplinäre Forschungsteams zu fördern. Wir hoffen, gemeinsam und mit der Hilfe unserer Partner einzelne Elemente von CrossCheck, unserem kollaborativen Projekt für journalistische Faktenprüfung, das momentan in Frankreich durchgeführt wird, testen zu können. Wir müssen die Annahmen überprüfen, auf denen die Entwicklung des Projekts beruht: Wird Enthüllungen, die von mehreren Nachrichtenorganisationen gegenseitig überprüft worden sind, wirklich mehr Vertrauen geschenkt? Wie reagieren die Leser auf die neue visuelle Sprache, die wir für das Projekt entwickelt haben? Können Nachrichtenredaktionen wirklich zusammenarbeiten, auch wenn sie unterschiedliche Systeme, Workflows und Tools verwenden?

Momentan befinden wir uns außerdem mitten in der Planungsphase für eine Konferenz, die Akademiker und Praktizierende zusammenbringen wird, die sich tiefgreifend mit Themen auseinandersetzen, die für First Draft besonders wichtig sind. Bei dieser Veranstaltung sollen auch die wichtigsten existierenden Theorien und Daten abgebildet werden, das Hauptaugenmerk liegt dann jedoch auf der Erstellung eines Forschungsplans basierend auf Forschungsfragen, die durch die Gemeinschaft angeregt wurden.

Sollten Sie an einer Schule, einer Einrichtung oder einem Institut arbeiten, wo sie sich bereits mit den Problemen hinsichtlich Vertrauen und Aufrichtigkeit in unserem Informations-Ökosystem befassen und Interesse haben, unserem Partnernetzwerk beizutreten, dann füllen Sie bitte dieses Formular aus. Wir sind besonders daran interessiert, neue Beziehungen zu akademischen Einrichtungen in Afrika, Asien und Südamerika aufzubauen, um unser Netzwerk zu erweitern.

Zusätzlich freuen wir uns, ankündigen zu können, dass wir ein neues Projekt zur Erstellung des Ratgebers „A Field Guide to Fake News“ fördern, das von Liliana Bounegru, Jonathan Gray und Tommaso Venturini geleitet wird. Im März brachte das Team mehrere Forscher zusammen, um gemeinsam an der Abbildung des Fehlinformationssumpfes in Europa zu arbeiten. Aufgrund der aufkommenden Wahlen lag dabei der Fokus vor allem auf den Niederlanden, Frankreich und Deutschland. In ihrem Projektvorhaben schilderten uns die Forscher ihre Ziele wie folgt: Sie wollen das Verständnis der Öffentlichkeit hinsichtlich des Umfangs, der Beschaffenheit und der Zusammensetzung von Fake-News-Phänomenen in mehreren europäischen Sprachräumen verbessern. Außerdem ist es ihr Ziel, Listen von Akteuren und Quellen zu erstellen, die Ökosysteme für Fake News in mehreren europäischen Sprachräumen bilden. Sie wollen darüber hinaus Journalisten, Forscher und Aktivisten mit den notwendigen Arbeitstechniken ausrüsten, mit denen sie diese Phänomene anhand von führenden digitalen Tools und Methoden mitverfolgen können.

Infolge der Bedenken über die Rolle von „Fake News“ in den US-Präsidentschaftswahlen zielt das Projekt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen führenden digitalen Medienforschern, Datenjournalisten und zivilgesellschaftlichen Gruppen voranzutreiben, um so die Thematik und das Phänomen „Fake News“ in der amerikanischen und europäischen Politik abzubilden. Der Ratgeber, der beim International Journalism Festival in Perugia erstmals veröffentlicht wurde, veranschaulicht, wie digitale Verfahren, Daten, Tools, Techniken und Forschungsansätze genutzt werden können, um der Öffentlichkeit ein besseres Verständnis von der Politik, Erschaffung, Verbreitung und Reaktion auf Fake News im Internet zu vermitteln. Insbesondere beschäftigt sich der Ratgeber mit der Frage, wie digitale Spuren aus dem Web und aus Online-Plattformen zugunsten von Forschungsarbeiten im öffentlichen Interesse, Untersuchungen, Daten-Geschichten und Datenjournalismus-Projekten umfunktioniert werden können.

Sind Sie Datenjournalist oder Forscher und sind daran interessiert, sich an Daten-Geschichten oder Untersuchungen zum Phänomen „Fake News“ in Ihrem Land zu beteiligen, dann melden Sie sich bei uns. Der Ratgeber ist das erste Projekt des Public Data Lab – einem interdisziplinären Netzwerk mit der Absicht Forschungsarbeiten, demokratisches Engagement und öffentliche Debatten über die Zukunft der Datengesellschaft zu fördern – in Zusammenarbeit mit der First Draft Koalition.

Lesen Sie den kompletten Beitrag von Liliana über das Projekt auf diesem Blog (auf Englisch).

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